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Stadtentwicklung:

Nicht nur die Angebote, auch das Umfeld muss attraktiv sein!

Stadtentwicklung

Endlich haben wir die Aufnahme von Neuwied in das Stadtentwicklungsprogramm „Soziale Stadt" geschafft. Das ist ein von Bund und Land gefördertes Programm, das nicht nur in Stadtentwicklung einwirkt, sondern in alle Handlungsfelder sozialen Handelns.

Wir haben die südöstliche Innenstadt als erstes Programmgebiet vorgeschlagen, weil die räumlichen und sozialen Probleme in dem Viertel um die Rheinbrücke herum am drängendsten erscheinen. Mit dem Programm „Soziale Stadt" wollen wir über ein effektives Quartiersmanagement die Beteiligung der Bevölkerung an der Entwicklung der Straßen, Plätze, Wege, des Wohnumfeldes insbesondere um unsere GSG - Häuser, aber auch an den sozialen Veranstaltungen und Hilfen verstärken. Wir können uns ein Offenes Quartierszentrum vorstellen, das Anlaufstelle für jedermann, ob jung oder alt, und für alle Belange ist.

Die freien Träger, wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas oder Diakonie sollten hierüber ihre bestehenden Dienstleistungen anbieten und Menschen in Notlagen helfen. Menschen sollen aber auch gewonnen werden, selbst Initiativen zur Verbesserung der Wohnumfeldes oder auch des Zusammenlebens aller zu ergreifen. Veranstaltungen, Feiern und Feste über alle Bevölkerungsgruppen und Herkünfte hinweg fördern das Kennenlernen und das gegenseitige Vertrauen und vermindern Isolierung und Vereinsamung.

Die genauen Inhalte und Angeboten sind im Weiteren mit den Menschen vor Ort zu entwickeln. Nicht Bevormundung, sondern aktiver Eigenbeitrag ist das Kennzeichen einer solchen Stadtentwicklungspolitik.

Nach der südöstlichen Innenstadt hoffen wir auf eine rasche Fortsetzung des Programms im Raiffeisenring und in den Stadtteilen mit typischen Entwicklungsdefiziten.

Aber das Städtebauprogramm „Soziale Stadt" ist nicht das einzige städtebauliche Ziel unserer Arbeit. Wir wollen die Umsetzung des Programms „City 20XX" mit der Erneuerung von Plätzen und Wegen fortsetzen. Hier stehen vor allem der Kirchplatz in Heimbach - Weis, der Kirmesplatz in Feldkirchen und der Weiherplatz in Irlich im Vordergrund. Insbesondere der Marktplatz in der Innenstadt bedarf dringend einer städtebaulichen Aufwertung. Neben den Straßen in den Stadtteilen haben die Marktstraße und die Schloßstraße oberste Priorität, nicht zuletzt zur Stärkung des Einkaufszentrums Innenstadt. Hier sind verkehrslenkende Maßnahmen im Sinne der Lebens- und Einkaufqualität zu ergreifen.

 Die Bildung freiwilliger BID's (= Business Improvement District, das sind straßenbezogene Eigentümergemeinschaften) zur Ausgestaltung einzelner Straßenzüge sollte angeregt und unterstützt werden.

Aber nicht nur dem Kraftverkehr wollen wir unsere Aufmerksamkeit widmen. In gleicher Priorität halten wir den Ausbau des Radwegenetzes von Bedeutung.

Von großem Interesse ist natürlich das Deichvorgelände. Hier wollen wir kurzfristig kleinere Maßnahmen zur Verbesserung des Aufenthaltswerts und des Erscheinungsbildes. Bevor größere Veränderungen mit einem Investitionsvolumen in Millionenhöhe jedoch angestrebt werden, sollte auch die Möglichkeit geprüft worden sein, ggf. im Rahmen einer Landesgartenschau den großen Wurf für die nächsten Jahrzehnte zu landen. Dies wäre aus Sicht der Stadt und des Haushaltes sicher die wirtschaftlichste Variante einer umfassenden Veränderung des Deichvorgeländes.

 

Insgesamt werden wir eine Grünplanung fordern, die alle unsere Parkanlagen, wie z.B. Carmen Sylva - Garten, Goethe - Anlage, Raiffeisen - Anlage, die Freiflächen um die Sportstätten an der Andernacher Straße oder die Grünflächen in den Stadtteilen umfasst. Neuwied muss nach unserer Meinung wieder grüner werden!

Insgesamt zählt die Stärkung des Einzelhandels im Stadtzentrum, aber auch in den Zentren der Stadtteile zu unseren vorrangigen Zielen. Die wohnortnahe Versorgung gewinnt in einer älter werdenden Gesellschaft immer mehr an Gewicht. Der Einzelhandel in den Zentren muss aber zukünftig noch stärker vor den Nachteilen einer ausufernden Grüne Wiese - Planung geschützt werden. Man kann nicht den Wildwuchs z.B. in Mülheim - Kärlich fördern und gleichzeitig ein Bekenntnis für attraktive Innenstädte abgeben. -

Die Verzahnung des Einzelhandels, der Gastronomie, kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen, Steigerung der Verweil- und Aufenthaltsqualität und verkehrspolitischer Maßnahmen in Bezug des öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Individualverkehrs (Fortschreibung Partkonzepte, z.B. Beleuchtungskonzept unter der Rheinbrücke), sind zur Stärkung des Stadtzentrums, aber auch in den Zentren der Stadtteile unerlässlich.

Hierzu ist die zentrale Forderung, ein „Integriertes Handlungskonzept Neuwied" als fortzuschreibendes Projekt zu installieren. In der Projektgruppe sind Vertreter aller vorhandenen Wirtschaftszweige und Institutionen (Einzelhandel, Gastronomie, Touristik, Verwaltung, Kultur, Verkehr, soziale Einrichtungen, Immobilieneigentümer, Verwaltung) einzubeziehen. Gegebenenfalls auch unter der zu Hilfenahme externen Sachverstandes muss kontinuierlich und verbindlich an der Optimierung der Attraktivität und somit der Wachstumschancen des Stadtzentrums und der Zentren der Stadtteile fortschreitend gearbeitet werden.

Eine weitere strukturpolitische Herausforderung stellt die demografische Entwicklung dar. Hier ist zunächst an ausreichende Versorgungsangebote für die Seniorinnen und Senioren zu denken. Aber auch von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern verlassene Häuser in den Zentren der Stadt und der Stadtteile müssen wieder bewohnt oder auch entsprechend modernen Wohnanforderungen bewohnbar gemacht werden. Hier sehen wir eine besondere strukturpolitische Herausforderung, aber auch Chance für die GSG. Mit ihr sollte es möglich sein, ältere Bausubstanz zu übernehmen, zu sanieren oder nach Abriss neu zu gestalten. Über diesen Weg, auch unter Nutzung entsprechender Förderprogramme wollen wir z.B. auch jüngere Familien wieder zum Wohnen in der Stadt einladen.

Die Menschen wollen aber längst nicht mehr nur möglichst lange in der eigenen Umgebung wohnen, sondern sie suchen als aktive Ältere auch nach neuen Wohnformen. Neben der notwendigen Barrierefreiheit geht es bei diesen Wohnformen auch um moderne Stadtarchitektur und generationenverbindende Lösungen.

Ein Förderprogramm wie das der „Aktiven Innenstadt" kann dazu beitragen, städtebauliche Missstände zu beseitigen. Auch hier kommt unserer Wohnungsbaugesellschaft besondere Bedeutung zu. Daher verbietet sich selbstredend jede Überlegung, auf die großartigen Möglichkeiten eigener Wohnungsbaupolitik zu verzichten. Im Gegenteil wollen wir unsere GSG stark halten und noch weiter stärken.

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